Wohin man blickt, zeigt dieser Sommer den dringenden Anpassungsbedarf an die stärker werdenden Klimafolgen. Die jahrzehntelangen Warnungen der Wissenschaft sind in Form von belastenden Hitzewellen, drohender Wasserknappheit und Waldbrandgefahr zur spürbaren Realität geworden. Für Parents For Future Austria ist allerdings klar: Anpassung ohne Klimaschutz reicht nicht aus.
“Wir dürfen die zunehmenden Probleme nicht auf die nächsten Generationen abwälzen. Wenn wir uns darauf beschränken, die unmittelbaren Auswirkungen von zunehmender Hitze und veränderten Niederschlagsmustern abzufedern, lassen wir unsere Kinder und Enkelkinder im Stich”, so Josef Winter von Parents For Future. “Natürlich sind Klimaanpassungsmaßnahmen unverzichtbar, aber bei fortschreitender Erhitzung würden wir damit relativ bald an unsere Grenzen stoßen. Deshalb müssen wir gleichzeitig konsequent Klimaschutz betreiben.”
„Die Wissenschaft liefert seit Jahren klare Lösungsansätze. Jetzt ist die Politik am Zug. Jeder weitere Aufschub verschärft die Folgen der Klimakrise und erhöht die Kosten für kommende Generationen“, bekräftigt Manya Ghahremani von Parents For Future. “Die Regierung muss endlich ausreichende und verbindliche Maßnahmen beschließen und umsetzen, damit unsere Kinder auch morgen noch sicher und gut leben können.”
Zusätzlich zu verstärkten Klimaanpassungsmaßnahmen fordert die Bewegung daher den umgehenden Beschluss eines verbindlichen Klimaschutzgesetzes, den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und klimafreundlicher Mobilität sowie den konsequenten Abbau klimaschädlicher Subventionen.
Die Erkenntnisse der internationalen Klimaforschung, darunter auch Scientists For Future Österreich und GeoSphere Austria, zeigen eindeutig: Der menschengemachte Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Hitzewellen, Dürren und Starkregen. Österreich hat sich seit Beginn der Industrialisierung bereits um rund 3 °C erwärmt, deutlich stärker als der globale Durchschnitt.
Im Einklang mit den wissenschaftlichen Vorhersagen für ein sich erwärmendes Klima verzeichnet Österreich heuer bereits ein Niederschlagsdefizit von rund 32 Prozent. Die außergewöhnliche Trockenheit führt in manchen Regionen zu sinkenden Grundwasserständen und zunehmender Wasserknappheit, während anderswo lokale Starkregenereignisse Überflutungen und Vermurungen verursachen. Gleichzeitig ächzt das Land unter lang anhaltenden Hitzewellen, vielerorts werden noch nie dagewesene Höchsttemperaturen verzeichnet, die Waldbrandgefahr steigt.
“Auf der einen Seite sehen wir erhebliche gesundheitliche Belastungen – insbesondere für Kinder, ältere Personen und Menschen, die im Freien arbeiten. Auf der anderen Seite ist es nur eine Frage der Zeit, bis die wachsenden Belastungen für Land- und Forstwirtschaft sich in erheblichen Ernteausfällen äußern“, warnt Josef Winter. “Wir müssen also an vielen Ebenen gleichzeitig ansetzen. Wichtig ist, dass wir neben der Anpassung nicht auf die Ursachenbekämpfung vergessen!”