- Hanke sagt: „Die Lobauautohn ist das am gründlichsten geprüfte Verkehrsprojekt Österreichs“
Wir wissen: Hanke sagt in Interviews, dass die Lobau-Autobahn das Verkehrsprojekt ist, das in Österreich am gründlichsten geprüft wurde. Tatsache ist, dass noch nicht alle erforderlichen Genehmigungen für den Lobau-Tunnel vorliegen. Das heißt, dass über Fragen des Wasserrechts, des Naturschutzes und des Nationalparks noch verhandelt werden muss.
Für den Abschnitt der Lobau-Autobahn von Süßenbrunn bis Groß Enzersdorf sind alle Genehmigungen da. Der könnte jetzt gebaut werden. Dieser Abschnitt macht aber keinen Sinn, wenn nicht auch der Tunnel unter der Lobau gebaut wird. Und ob der Tunnel in frühestens 5 Jahren gebaut werden kann, hängt derzeit von einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes ab.
Die Verbindung zwischen der Lobau-Autobahn und der Seestadt und der Stadtstraße Aspern darf auch noch nicht gebaut werden. Auch hier fehlt eine Bewilligung, die noch nicht erteilt wurde.
Quellen:
derstandard.at/story/3000000290026/verkehrsminister-hanke-den-lobautunnel-nicht-zu-bauen-waere-zukunftsvergessen
https://www.derstandard.at/story/3000000278198/hanke-will-im-herbst-ueber-lobautunnel-entscheiden-bahnfahrplan-wird-ausgebaut
- Hanke sagt: Ich vertraue der Wissenschaft, aber die von Gewessler in Auftrag gegebene Prüfung hat Schwächen
Wir wissen: Die frühere Verkehrsministerin Gewessler hat eine Prüfung der Lobau-Autobahn in Auftrag gegeben. Die Prüfung wurde vom Umweltbundesamt, der Technischen Universität Wien und der Technischen Universität Graz durchgeführt. Alle an der Prüfung beteiligten und unabhängigen Wissenschafter und Wissenschafterinnen kommen zu dem Schluss, dass die Lobau-Autobahn die schlechteste Lösung wäre. Einerseits sagt der jetzige Verkehrsminister Hanke, dass er der Wissenschaft vertraut. Andererseits sagt er, dass die genannte Studie Schwächen hat. Hanke meint, dass die Autoren der Studie davon ausgehen, dass in der Zukunft kaum mehr Menschen mit ihrem privaten Auto fahren werden. Und das sei nicht realistisch. Hanke spricht hier nicht die Wahrheit. In der Prüfung steht, dass in der Zukunft ungefähr um die Hälfte weniger Autos fahren werden. Das sind aber immer noch mindestens 15 Prozent des Verkehrs.
Quellen:
“Wiener Außenring Schnellstraße Schwechat–Süßenbrunn; Strategische Prüfung Verkehr – Umweltbericht” vom Umweltbundesamt, TU Wien, TU Graz;
https://repositum.tuwien.at/bitstream/20.500.12708/213144/1/Getzner-2025-Wiener%20Aussenring%20Schnellstrasse%20SchwechatSuessenbrunn%20Strat…-vor.pdf
- Hanke sagt: Die Lobauautobahn und Tunnel sind die “beste Verkehrslösung”
Wir wissen: Es gibt einige wissenschaftliche Studien, die in den letzten 15 – 20 Jahren das Verkehrsprojekt Lobau-Autobahn untersucht haben. Da hat Hanke schon recht, dass es gründlich untersucht worden ist. Was er uns aber nicht erzählt, ist, dass der Großteil der Studien die Autobahn als schlechteste Verkehrslösung bezeichnen. Hanke sagt, dass er auf die Wissenschaft hört. Wenn die Wissenschaft aber zu dem Ergebnis kommt, dass die Autobahn nicht gebaut werden soll, dann sagt er, die hätten nicht richtig untersucht. Und zuletzt legt Hanke wissenschaftliche Studien auf den Tisch, die sich nur mit Einzelthemen des Projekts befassen und somit zu anderen Ergebnissen kommen. Beispiele folgen weiter unten.
Quellen:
https://youtu.be/vJl6DVjLW8g?si=nfmc9MIU7NehXqM4
- Welche Alternativen gibt es zur Lobau-Autobahn?
Die Stadt Wien hat selbst im Jahr 2015 eine Studie in Auftrag gegeben, die verschiedene Lösungen des Verkehrsproblem im Nordosten Wiens prüfen sollte. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass das Verkehrsproblem auch ohne weitere Straßen gelöst werden kann. Dafür muss der öffentliche Verkehr ausgebaut werden. Weiters braucht die Stadt noch eine bessere Parkraumbewirtschaftung. Auch wenn die Bevölkerung in Wien noch wächst, kann so der Verkehr verringert werden. Durch bessere und mehr Radwege und durch mehr Busse und Straßenbahnen fahren mehr Menschen mit dem Fahrrad oder öffentlich. Gibt es breitere Gehsteige und mehr Bäume, die im Sommer Schatten spenden, gehen auch mehr Menschen zu Fuß. Wenn es schwierig ist, einen Parkplatz zu finden, die nächste Bushaltestelle oder Straßenbahnstation ganz in der Nähe ist, lässt man gerne das Privatauto stehen. Auf sicheren Radwegen können auch Eltern mit ihren Kindern am Rad die Alltagswege zurücklegen. Auch in den vergangenen Jahren konnte man schon feststellen, dass der Autoverkehr durch ein besseres Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgegangen ist.
Quellen:
https://greenpeace.at/uploads/2022/07/faktencheck_lobau-autobahn.pdf
- Hanke sagt: Die Lobauautobahn ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der Region
Wir wissen: Hanke sagt, dass die Lobau-Autobahn für die wirtschaftliche Entwicklung unbedingt nötig ist. Auch dazu hat die Wissenschaft auf der ganzen Welt geforscht. Wenn es in einer Region bereits viele Straßen gibt, kommt es durch weitere Straßen zu keiner wirtschaftlichen Verbesserung mehr. Das heißt, dass die Wirtschaft nicht wachsen wird. Beim Bau einer Straße werden weniger Arbeitsplätze geschaffen als beim Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel. Und auch später gibt es mehr Arbeitsplätze bei den öffentlichen Verkehrsmitteln als in der Erhaltung der Straßen. Und wenn jetzt neue Straßen am Stadtrand von Wien gebaut werden, lassen sich dort Gewerbebetriebe nieder, die vorher in der Stadt angesiedelt waren. Geschäfte wandern aus der Stadt an den Stadtrand. Und die Menschen in der Stadt müssen immer weitere Wege zurücklegen, wenn sie etwas einkaufen wollen.
Quellen:
https://youtu.be/vJl6DVjLW8g?si=GFD3YeojRNkmK3CZ: Lobautunnel: Drohende Waldverwüstung und Zunahme des Autoverkehrs – Stimmen aus der Wissenschaft
https://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/2165/1/IHSPR5951063.pdf(Weyerstraß, 2012 – Gesamtwirtschaftliche Wirkungen verschiedener Arten von Staatsausgaben)
https://oes.tuwien.ac.at/article/id/709/(Getzner, 2025 – Ökonomische und verteilungspolitische Wirkungen von Verkehrsinfrastrukturen: ein kurzer internationaler Literaturüberblick)
- Wir sagen: Die Lobau-Autobahn ist sozial ungerecht!·
Der Bau einer Lobau-Autobahn macht Grundstücksbesitzer*innen, Baukonzerne und Bauträger reicher, alle anderen ärmer. Es werden wertvolle Ackerböden vernichtet und der Nationalpark Lobau gefährdet. Statt den öffentlichen Verkehr für Viele zu verbessern, fördert die Lobau-Autobahn schädlichen Autoverkehr für Wenige. Es gibt viele andere Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen kein Auto fahren: Sie können sich kein Auto leisten, sie sind zu jung, zu alt oder Menschen mit Behinderung,…
Österreich muss sparen! Aber fast 3 Milliarden Euro für eine Autobahn haben wir?
Die Preise für den öffentlichen Verkehr sind in Wien und in ganz Österreich (Klimaticket) gewaltig gestiegen. In Wien wird der Bau der U5 verzögert. Die Budgets für die Bezirke wurden gekürzt. Geplante Umgestaltungen von Straßen (z.B. Gumpendorfer Straße) werden abgesagt oder gar nicht mehr überlegt (z.B. Gürtel, Wallensteinstraße). Denn das Förderprogramm „Lebenswerte Klimamusterstadt“ wird nicht verlängert.
Im Sozialbereich gibt es österreichweit massive Kürzungen!
Insbesondere einkommensschwache und armutsgefährdete Menschen sind betroffen, denn gespart wird bei Familien, Kindern, Jugendlichen, behinderten Menschen, Pensionist*innen, Menschen im Asylverfahren und Schutzberechtigten. Caritas und Volkshilfe befürchten einen Flächenbrand! In Wien wird neben Kürzungen bei der Mindestsicherung auch beim Essen in Notschlafstellen, bei der Unterstützung für Suchterkrankte, bei Deutschkursen, beim Personal in Ordensspitälern gespart. Viele Gebühren sind massiv erhöht worden, so auch das Essen im Kindergarten. Subsidiär Schutzberechtigte sind aus der Mindestsicherung herausgefallen und erhalten nur noch Grundversorgung.
Aber 2,7 Milliarden Euro für die Lobau-Autobahn haben wir?
Quellen:
https://www.derstandard.at/story/3100000291017/die-geheimplaene-um-die-millionenaecker-von-essling https://www.w24.at/News/2025/11/Klimafitte-Umgestaltungen-Wie-geht-es-weiter https://on.orf.at/video/14316323/16060753/caritas-und-volkshilfe-kritisieren-sparmassnahmen
- Befürworter des Lobau-Tunnels sagen zu Geologie und Wasser: Unterhalb vom Nationalpark Lobau gibt es eine wasserundurchlässige Schicht, in welcher der Tunnel gebaut wird, und daher gibt es durch den Tunnelbau keine Beeinträchtigung des Grundwassers
Wir wissen: Es gibt eine wasserundurchlässige Schicht. Trotzdem wird der Tunnelbau die Strömungen des Grundwassers stören. Es wird behauptet, dass der Tunnel in einer Tiefe von 60 Meter unter der Lobau liegen wird. Der gesamte Tunnel wird aber 8 Kilometer lang. Und nur 4 Kilometer liegen wirklich in einer Tiefe von 60 Meter. Die anderen 4 Kilometer liegen weiter oben und werden die Grundwasserströme stören. Zusätzlich gibt es einige Bauwerke zur Absicherung des Tunnels. Auch diese werden die Grundwasserströme stören.
Quellen:
https://www.wgm.wien.at/hydrogeologische-forschung/lobau
https://www.biorama.eu/lobautunnel-grundwasser/
- Befürworter des Lobau-Tunnels sagen: In Österreich weiß man, wie man Tunnel baut und er ist schnell gebaut
Wir wissen: Es stimmt: in Österreich wurden schon viele Tunnel für Autobahnen oder Züge gebaut. Diese Tunnel führen aber meist durch Schichten aus Fels und Gestein. Der Boden unter der Donau und unter der Lobau besteht aber aus ganz anderen Materialien. Hier gibt es Ablagerungen aus Schotter, Sand und Lehm. Und alles ist wild durchmischt. Außerdem liegt der geplante Tunnel in einem Erdbebengebiet. Das wurde aber im Einreichplan nicht ausreichend berücksichtigt. Im Falle eines Erdbebens könnte es passieren, dass der Tunnel nicht mehr dicht ist und mit Wasser geflutet wird. Außerdem muss man aufpassen, dass durch den Tunnelbau die Trinkwasserreserve von Wien nicht gefährdet wird. Das alles zusammen würde diesen Tunnelbau viel schwieriger machen. Daher muss man damit rechnen, dass der Tunnelbau viel mehr kosten wird, als von der Politik jetzt behauptet wird.
Quellen:
https://opac.geologie.ac.at/ais312/dokumente/BR0148_50.pdf
https://www.wgm.wien.at/hydrogeologische-forschung/lobau
https://www.wgm.wien.at/fileadmin/docs/hydrogeo-forschung/2022/Vortr%C3%A4ge/Pr%C3%A4sentation_WGM2022.pdf
https://www.researchgate.net/publication/274139676_Gegenschrift_im_Umweltvertraglichkeitsprufungsverfahren_S1_Schwechat-Sussenbrunn_-_Erdbebengefahrdung_Lobauer_Tunnel_Fachliche_Stellungnahme_aus_geowissenschaftlicher_Sicht
- Hanke sagt: Die Asfinag bezahlt die Autobahn und nicht Österreich
Wir wissen: Die Asfinag ist eine Aktiengesellschaft. Sämtliche Aktien gehören der Republik Österreich, d.h. uns Österreicherinnen und Österreichern. Außerdem muss die Asfinag auch die Autobahnen erhalten. Die meisten Autobahnen in Österreich sind zwischen 40 und 80 Jahre alt. Viele müssen saniert werden. In den nächsten Jahren wird die Asfinag doppelt bis dreimal so viel Geld für die Reparatur von Brücken, Tunneln und Straßenbelägen wie bisher ausgeben. Die Asfinag bezahlt ihre Ausgaben mit dem Verkauf der Vignette. Der Preis der Vignette wird dadurch ansteigen.
Quellen:
https://media.asfinag.at/media/umlhlvop/asf_das-wichtigste-ueber-die-asfinag-auf-einen-blick_202601_rz.pdf
- Befürworter der Lobau-Autobahn sagen: Die Verkehrsmodellierung der Asfinag von 2006 hat bewiesen, dass wir eine Lobau-Autobahn brauchen
Wir wissen: Vor 20 Jahren hat die Asfinag behauptet, dass der Verkehr in der Esslinger Hauptstraße im 22. Bezirk zunehmen wird, wenn wir keine Autobahn bauen. Die Autobahn wurde nicht gebaut und trotzdem fahren heute weniger Autos in der Esslinger Hauptstraße als vor 20 Jahren. Die Aussagen der Asfinag waren daher falsch.
Quellen:
https://www.youtube.com/watch?v=vJl6DVjLW8g
- Hanke sagt: Nur eine Autobahn kann das Verkehrsproblem lösen
Wir wissen: Die Stadt Wien hat im Jahr 2003 eine Prüfung in Auftrag gegeben. Darin wurde untersucht, wie man die Verkehrssituation im Nordosten von Wien am besten in den Griff bekommt. Diese Prüfung hieß Strategische Umweltprüfung für den NO-Wiens. Die Abkürzung lautet SUPerNOW. Die Prüfung kam zu dem Ergebnis, dass eine weitere Autobahn mit Donauquerung die schlechteste Lösung wäre. Das heißt, dass diese Autobahn das Verkehrsproblem nicht lösen kann. Laut Prüfung wäre die beste Lösung ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Dazu müssten noch in vielen Straßen Tempobeschränkungen dazukommen. Parkplätze müssten für Anrainerinnen und Anrainer reserviert werden. Sonstige Parkplätze sollten weniger zur Verfügung gestellt werden. In viel mehr Straßen als jetzt müssten Wohnstraßen geschaffen werden, in denen die Durchfahrt verboten ist. Alle diese Maßnahmen machen ganze Grätzln ruhiger und lebenswerter. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben eine bessere Luft zum Atmen. Auf frei werdenden Parkplätzen können mehr Bäume gepflanzt werden. Dadurch wäre es im Sommer wieder weniger heiß. Und die täglichen Wege könnten rasch und bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Busse stehen nicht mehr im Stau und fahren öfter, ebenso wie die Straßenbahnen.
Ungefähr 20 Jahre später wurde eine weitere Prüfung beauftragt, die Strategische Prüfung Verkehr. Auch diese Prüfung kommt zum gleichen Ergebnis wie die SUPerNOW.
Quellen:
Langfassung SUPerNOW:
https://www.strategischeumweltpruefung.at/fileadmin/inhalte/sup/sup-sammlung_2008/oerp/sup_er_now_endbericht.pdf
TU Studie (): „Auswirkungen der Lobauautobahn auf die Stadt Wien“
Umweltbericht 2025 (Strategische Prüfung Verkehr – TU Wien, TU Graz, Umweltbundesamt):
https://repositum.tuwien.at/bitstream/20.500.12708/213144/1/Getzner-2025-Wiener%20Aussenring%20Schnellstrasse%20SchwechatSuessenbrunn%20Strat…-vor.pdf
- Befürworter der Lobau-Autobahn sagen: Die Tangente ist verstopft mit Transitverkehr
Wir wissen: Politiker sagen immer wieder, dass auf der Tangente vor allem Transitverkehr unterwegs ist, also LKWs, die durch Österreich durchfahren. Wenn wir eine Lobau-Autobahn hätten, würde der Transitverkehr nicht über die Tangente fahren. In Wahrheit sind nur 5 Prozent des Verkehrs auf der Südosttangente Transitverkehr. Alle anderen Fahrzeuge wollen in die Stadt hinein oder fahren aus der Stadt heraus. Sollen wir wirklich viele Milliarden Euro für diese 5 Prozent ausgeben?
Quellen:
https://www.youtube.com/watch?v=vJl6DVjLW8g
https://www.derstandard.at/story/3000000304458/scientists-for-future-zerpfluecken-hankes-argumente-fuer-den-lobautunnel
- Hanke sagt: Der Tunnel hat keinen Einfluss auf die Lobau, da er ja 60m unter der Lobau verläuft
Wir wissen: In jedem Auwald gibt es natürliche Wasserschwankungen. Einmal steht das Wasser höher, dann wieder niedriger. Auch das Grundwasser ist nicht immer gleich. Für die Pflanzen und Tiere im Auwald sind all diese Schwankungen wichtig und notwendig. Und auch die Lobau ist so ein Auwald, der diese Wasserschwankungen braucht. Die Donau-Auen sind der beste Trinkwasserspeicher des Tieflandes.
Wird nun eine Autobahn unter der Lobau gebaut, werden die natürlichen Abläufe gestört. Tunnel und Straßen sind Fremdkörper in der Landschaft. Es entstehen Abgase und Lärm. Die natürliche Umgebung von Tieren und Pflanzen wird zerstört. Schon während der Bauphase wird der Wald vermutlich so stark gestört, dass er sich nicht mehr davon erholen kann.
Es könnte passieren, dass der Grundwasserspiegel absinkt. Schon jetzt gibt es in der Lobau durch die Donauregulierung ein großes Wasserproblem. Die Lobau hat heute schon zu wenig Wasser. Das könnte aber durch größere Wasserabgaben von der Donau leicht gelöst werden.
An den jeweiligen Ausgängen des 8,3 Kilometer langen Tunnels werden unglaubliche Abgasmengen zusammenkommen. Diese belasten nicht nur den Auwald sondern auch die Menschen in den angrenzenden Siedlungen.
Quellen:
https://fwu.at/positionen-stellungnahmen/
https://www.google.com/url?sa=i&source=web&rct=j&url=https://www.youtube.com/watch?v%3DvJl6DVjLW8g%26t%3D251&ved=2ahUKEwjtjemBuM-SAxVyRTABHbHeGk4Q__QQegQIBhAE&opi=89978449&cd&psig=AOvVaw2FQ7TdQuxk8qNTDzp_PjHy&ust=1770830552999000
https://greenpeace.at/hintergrund/faktencheck/
https://www.wwf.at/artikel/3-gruende-warum-es-gut-ist-dass-der-lobau-tunnel-nicht-gebaut-wird/
https://science.orf.at/stories/3212768/
https://www.biorama.eu/lobautunnel-grundwasser/
- Befürworter des Lobau-Tunnels sagen: Eine spätere Renaturierung der Lobau wird von einem Tunnel nicht erschwert
Wir wissen: Schon jetzt hat die Lobau zu wenig Wasser. Grund dafür ist die Donauregulierung. Nachdem zu wenig Wasser von der Donau wegen der Dämme in die Lobau fließen kann, trocknet der Auwald immer mehr aus. Für einen Auwald aber ist es wichtig, dass er regelmäßig mehr oder weniger überschwemmt wird. Die Stadt Wien plant auch nicht in Zukunft, mehr Donauwasser in den Auwald fließen zu lassen.
Unter dem Wald gibt es Grundwasser, das einmal mehr und einmal weniger hoch ist. Hier fließt viel mehr Wasser unter der Erde als in der Donau selbst. Dabei darf man sich aber nicht vorstellen, dass unterirdisch ein noch größerer breiter Strom fließt als die Donau. Das Wasser sucht sich hier seinen Weg zwischen den unterschiedlichen Gesteinsschichten. Wie es genau fließt, wissen wir nicht. Ist die Donau gerade sehr hoch, dann fließt viel Grundwasser in das anschließende Marchfeld. Und ist die Donau sehr niedrig, fließt das Wasser vom Marchfeld zur Donau. Auch das ist für den Auwald lebenswichtig. Wenn es nun einen Tunnel unter der Lobau gibt, stört dieser das Grundwasser. Die wasserdichte Tunnelröhre bringt den Fluss des Grundwassers durcheinander. Und niemand kann genau sagen, wie sich dann die Grundwasserströme verändern werden. So kann auch kein Politiker versprechen, dass der Tunnel keine Auswirkung auf die Lobau hat. Denn das weiß bisher niemand. Die natürlichen Grundwasserbewegungen sind auf jeden Fall gestört. Dadurch werden Altarme austrocknen, die man nicht von oben einfach wieder befüllen kann.
Auf der Website der Stadt Wien wird eine Abbildung der Tunnelröhre durch die Erdschichten gezeigt, die falsch ist: https://www.wien.gv.at/verkehr/lobautunnel-pruefung-planungsalternativen . Auf dieser Abbildung befindet sich der Tunnel in einem dichten Untergrund. Der Tunnel würde aber in Wahrheit durch wasserführende Schichten durchgehen. Das sieht man auf dieser Abbildung:https://www.wgm.wien.at/hydrogeologische-forschung/lobau
Während der Bauphase muss viel Wasser abgeleitet werden. Das führt dazu, dass sich an der Oberfläche der Boden absenkt. Das wiederum beschädigt die Wurzeln der Bäume. Und ist ein Auwald einmal ausgetrocknet, kann er nicht einfach wieder bewässert werden.
Während des Tunnelbaus sind viele schwere Baumaschinen unterwegs. Diese machen den Boden immer dichter. Pflanzen und Bäume können ihre Wurzeln nicht mehr durch die dichte Erde bohren. Die schweren Baumaschinen transportieren viel Aushubmaterial, das im Nationalpark Lobau nicht gelagert werden kann. Wo das Aushubmaterial gelagert wird, ist nicht bekannt.
Quellen:
https://www.wgm.wien.at/hydrogeologische-forschung/lobau
https://www.biorama.eu/lobautunnel-grundwasser/
https://www.wien.gv.at/verkehr/lobautunnel-pruefung-planungsalternativen
https://www.google.com/url?sa=i&source=web&rct=j&url=https://www.youtube.com/watch?v%3DvJl6DVjLW8g%26t%3D251&ved=2ahUKEwjtjemBuM-SAxVyRTABHbHeGk4Q__QQegQIBhAE&opi=89978449&cd&psig=AOvVaw2FQ7TdQuxk8qNTDzp_PjHy&ust=1770830552999000
- Hanke sagt: Der Bau der Lobau-Autobahn kostet 2,7 Milliarden Euro
Wir wissen: Verkehrsminister Hanke sagt, dass die Lobau-Autobahn 2,7 Milliarden Euro kosten würde. Im Jahr 2009 hat man noch von 1,3 Milliarden Euro gesprochen. Machen wir einen Vergleich mit dem Koralmtunnel, der 2025 eröffnet wurde:
2008 wurde mit dem Bau des Koralmtunnel begonnen. Damals hat man von 1,9 bis 2,1 Milliarden gesprochen, die der Tunnel kosten wird. In Wahrheit hat er bis zur Eröffnung 5,9 Milliarden Euro gekostet.
In Österreich haben wir derzeit ein großes Budgetdefizit. Überall wird gespart: in der Bildung, bei der Gesundheit und vor allem überall im Sozialbereich. Jede:r von uns ist von den Sparmaßnahmen betroffen. Wir spüren es alle. Und trotzdem: Die Regierung will eine neue Autobahn bauen, um ein Verkehrsproblem zu lösen. Die Prüfungen haben aber ergeben, dass der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Radwege viel weniger kosten und viel wirksamer wären. Die Politik sagt, dass die Lobau-Autobahn von der Asfinag bezahlt würde. Und wir wissen, dass wir, die die Steuern zahlen, auch die Asfinag zahlen. Steuergeld sollte aber zum Wohle aller Menschen verwendet werden.
Quellen:
www.infina.at www.statistik.at
https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/OEBB_Infrastruktur_AG_Erste_Teilprojekte_der_Koralmbahn.pdf
https://steiermark.orf.at/stories/3326709/
- Hanke redet NICHT über unsere Ernährungssicherheit
Wir wissen: Wir haben in Österreich insgesamt nur sehr wenige Flächen, auf denen wir unsere Lebensmittel produzieren können. Es sind weniger Flächen als in allen anderen Ländern in Mitteleuropa. Und trotzdem werden bei uns weiterhin Ackerflächen versiegelt. Damit können auf ihnen nie wieder Lebensmittel hergestellt werden. Das bedeutet, dass wir immer weniger in der Lage sind, die Lebensmittel selbst herzustellen, die wir in Österreich benötigen. Daher müssen die Lebensmittel aus dem Ausland nach Österreich transportiert werden, das ist oft teurer. Wenn die Lebensmittel auch im Ausland knapp werden, kann es sogar sein, dass niemand mehr uns diese Lebensmittel liefern will.
Durch den Bau der Lobau-Autobahn werden weitere 131 Hektar Ackerflächen versiegelt. Das ist mehr als ein Quadratkilometer. Ungefähr die Hälfte dieser Äcker sind ganz besonders wertvolle Böden. Das Marchfeld ist für den Gemüseanbau in Österreich besonders wichtig. Aber genau hier werden durch den Bau der Autobahn weitere Siedlungs- und Gewerbegebiete entstehen. Dafür werden dann noch mehr Ackerflächen für immer versiegelt. Obwohl wir genau diese fruchtbaren Ackerflächen in der Zukunft dringend brauchen werden.
Quellen:
https://www.hagel.at/presseaussendungen/welternaehrungstag-2025/
https://www.wwf.at/artikel/3-gruende-warum-es-gut-ist-dass-der-lobau-tunnel-nicht-gebaut-wird/
https://www.youtube.com/shorts/WsCsz94dVuA
https://dunkelkammer.simplecast.com/episodes/114-von-beton-kann-niemand-abbeien-kurt-weinberger-vorstand-der-osterreichischen-hagelversicherung-uber-extremes-wetter-irrwitzigen-bodenverbrauch-und-die-gefahren-fur-unser-essen?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR3M4qoaw-4Ko6XD5hO_fDNWTy7Cl7IUvHRZDA8QhQYKYC1Dkxtju3a_DIk_aem_I-D5Jp2BWF_vdQZnOt7tnA&sfnsn=mo
- Die Lobau-Autobahn gefährdet nicht unsere Klimaziele, da es in Zukunft hauptsächlich E-Autos gibt
Wir wissen: Es ist allgemein bekannt, dass durch neue Straßen immer zusätzlicher Verkehr entstanden ist. Dafür gibt es unendlich viele Beispiele. Der Verkehr verursacht in Österreich ein Drittel aller CO2 Emissionen. Wir müssen uns daher bemühen, die Zahl der täglich fahrenden Autos und LKWs zu verringern. Mit dem Bau einer weiteren Autobahn erreichen wir aber genau das Gegenteil. Der motorisierte Verkehr wird noch mehr zunehmen. Wir können auch nicht davon ausgehen, dass es in der nahen Zukunft nur mehr E-Autos und E-LKWs gibt. Auf unseren Straßen werden noch lange Autos und LKWs unterwegs sein, die mit Benzin oder Diesel betrieben werden. Dazu kommt noch, dass auch der Bau der Autobahn selbst schon viele zusätzliche CO2 Emissionen verursachen wird. Österreich möchte aber bis 2040 klimaneutral sein. So steht es im Regierungsprogramm.
Quellen:
Umweltbericht 2025:
https://repositum.tuwien.at/bitstream/20.500.12708/213144/1/Getzner-2025-Wiener%20Aussenring%20Schnellstrasse%20SchwechatSuessenbrunn%20Strat…-vor.pdf
„Auswirkungen Lobau-Autobahn auf die Stadt Wien“ (2017; TU Wien):
https://www.wien.gv.at/pdf/ma18/tu-auswirkungen-lobauautobahn.pdf
- Österreicher und Österreicherinnen glauben, dass eh schon alles beschlossen ist und wir nichts mehr gegen die Lobau-Autobahn tun können
Wir wissen: Es stimmt, dass die Lobau-Autobahn im Bundesstraßenbaugesetz (BStG) enthalten ist. Dieses Bundesgesetz kann aber jederzeit wieder geändert werden, wenn es dafür eine einfache Mehrheit gibt. So hat man z.B. 1971 eine Wiener Gürtel-Autobahn (A20) geplant und ins Gesetz aufgenommen. Daraufhin gab es heftige Proteste aus der Bevölkerung und das Gesetz wurde gestrichen!!!
Weiters warten wir noch auf eine wichtige Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH). Dabei geht es um eine Umweltverträglichkeitsprüfung für eine Änderung des Projekts zur Lobau-Autobahn. Diese Umweltverträglichkeitsprüfung wurde nicht durchgeführt. Der EuGH muss nun entscheiden, ob die Prüfung notwendig ist. Wenn die Prüfung verlangt wird, muss die Lobau-Autobahn wieder aus dem Bundesstraßengesetz rausgestrichen werden.
Quellen:
Dokument „S1-Lobautunnel: EU Recht setzt auch Vorgaben und Grenzen für ministerielle Pläne“ von Virus (22.4.2024)
Dokument „Rechtliche Stellungnahme zu diversen Fragen betreffend die Sanierung einer unionsrechtswidrigen (Nicht)-Durchführung von SUP“ von Univ.-Prof. Dr. Thomas Müller (16.4.2025)
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wiener_G%C3%BCrtel_Autobahn_(A_20)
- Befürworter des Lobau-Tunnels sagen: Der Tunnel ist absolut sicher
Wir wissen: Im Jahr 2007 bezeichnet ein ÖAMTC-Experte den geplanten Lobau-Tunnel als Massengrab wegen seiner mangelhaften Fluchtwege. Geplant sind als Fluchtwege Verbindungen zwischen den beiden Tunnelröhren in regelmäßigen Abständen. Bei anderen Tunnelprojekten gibt es eine eigene Röhre nur für Personen und Einsatzfahrzeuge. Das ist beim Lobautunnel nicht vorgesehen. Durch beide Röhren fließt der ganz normale Verkehr mit Autos, LKWs und Bussen.
Quellen:
https://www.vienna.at/kritik-an-massengrab-vorwurf-des-amtc/2479422
https://www.salzburg.gv.at/magazin/seiten/fluchtstollen-fuer-den-schmittentunnel
- Wir fragen: Wer profitiert vom gesamten Bauprojekt?
Wir wissen: Beim Bau der Lobau-Autobahn profitieren Bauunternehmer und Zulieferbetriebe. Gibt es beim Bau ungeplante Schwierigkeiten, entstehen Zusatzarbeiten. Dann werden die Kosten noch höher. Sie können richtig explodieren.
Wenn man den öffentlichen Verkehr ausbaut, profitieren Arbeitskräfte für lange Zeit. Sie sind durch Kollektivverträge und Sozialleistungen viel besser abgesichert. Arbeitskräfte im Straßenbau werden in den Wintermonaten oft als arbeitslos gemeldet. Die Kosten dafür tragen wir alle.
Durch den Bau der Lobau-Autobahn verdienen vor allem die Grundstücksbesitzer, die Bauträger und Immoblienentwickler. Die Grundstücke, die an die Autobahn angrenzen, werden wertvoller. Davon profitieren die Grundstücksbesitzer und -besitzerinnen.
Quellen:
https://www.kmuforschung.ac.at/wp-content/uploads/2022/06/Wertschoepfungskette-Bau-NOe-Endbericht-202112-adapt.pdf
https://repositum.tuwien.at/bitstream/20.500.12708/19004/1/OEmer%20Maximilian%20-%202021%20-%20Kostenanalyse%20im%20Tunnelbau%20-%20Risikoidentifikation%20im…pdf
https://www.ecosia.org/ai-search/fe8f91d1-6745-42cb-bdf8-819c8a4cd733?q=Wer+profitiert+von+dem+Bau+einer+Strasse%3F#:~:text=%E2%80%9ENachtragsmanagement%20im%20Bauwesen%3A%20Eine%20Analyse%20von%20Ursachen%2C%20Prozessen%20und%20Auswirkungen%20auf%20die%20Projektperformance
17.11.2025 – allgemein, wer profitiert: https://www.wienerzeitung.at/a/was-die-lobau-autobahn-ueber-das-verhaeltnis-von-wissenschaft-und-politik-verraet
30.9.2023: https://www.derstandard.at/story/3000000188985/ein-acker-um-45-millionen-euro-spekulative-geschaefte-im-nordosten-wiens
11.10.2025: https://www.derstandard.at/story/3100000291017/die-geheimplaene-um-die-millionenaecker-von-essling
Rote Bauträger:innen profitieren: 7.12.2023 https://www.wienerzeitung.at/a/umgewidmet-wie-in-wien-rote-bautraegerinnen-profitieren