Nach Jahren mit sinkenden Treibhausgasemissionen ist Österreichs Klimabilanz wieder ins Rutschen geraten. Die Erstabschätzung für 2025 zeigt einen erneuten Anstieg der Emissionen – ein deutliches Warnsignal . Dennoch setzt die Bundesregierung weiterhin auf Beschwichtigung statt auf entschlossenes Handeln. Das ist nicht nur klimapolitisch fahrlässig, sondern auch finanziell kurzsichtig.
Trendwende bei den Emissionen – ein ernstes Alarmsignal 
Von 2022 bis 2024 gingen Österreichs Emissionen deutlich zurück. Doch dieser positive Trend ist gebrochen. Laut Umweltbundesamt steigen die Treibhausgase 2025 wieder um rund 1,5 Prozent. Umweltminister Norbert Totschnig nennt dafür äußere Faktoren: kältere Winter, weniger erneuerbare Stromproduktion durch niedrige Wasserstände, mehr Strom aus Gaskraftwerken.
Diese Erklärungen greifen zu kurz. Klimapolitik muss genau für solche Schwankungen vorsorgen. Wetter und Klimafolgen sind keine Ausrede, sondern Teil der Realität, auf die wir reagieren müssen. Eine Politik, die bei der ersten Gegenbewegung relativiert, verkennt den Ernst der Lage.
Klimaziel 2030: Schon heute außer Reichweite 
Österreich ist verpflichtet, seine Emissionen in den nicht vom EU-Emissionshandel erfassten Sektoren – Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft – bis 2030 um 48 Prozent gegenüber 2005 zu senken. Doch selbst laut Finanzministerium wird dieses Ziel selbst dann verfehlt, wenn alle derzeit versprochenen Maßnahmen umgesetzt werden.
Die Prognose ist eindeutig:
- Mit vollständiger Umsetzung der Regierungspläne: nur –36,4 %
- Bei Nichterfüllung der Versprechen: nur –32,6 %
Das bedeutet eine massive Zielverfehlung – und sie hat ihren Preis. Neben den Auswirkungen der Klimakrise und einem nicht nachhaltigen Wirtschaftssystem, und der Energieabhängigkeit von Drittstaaten:
Milliarden für Strafzahlungen statt für Klimaschutz
Kann Österreich seine Klimaziele nicht einhalten, muss es Emissionszertifikate von anderen EU-Staaten zukaufen. Laut aktueller Budgetprognose des Finanzministeriums drohen dadurch:
- bis zu 2,9 Milliarden Euro Kosten bis 2030
- langfristig eine Vervielfachung oder sogar Verzehnfachung der Kosten bis 2050
Dieses Geld fehlt dann dort, wo es dringend gebraucht wird: beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs
bei der Sanierung von Gebäuden und dem Heizungstausch
bei erneuerbaren Energien
bei sicherer, klimafreundlicher Mobilität
Statt in die Zukunft unserer Kinder zu investieren , zahlen wir für das politische Zögern der Gegenwart.
Der Verkehr: Österreichs größte Klimabaustelle 

Besonders problematisch bleibt der Verkehrssektor. Während in fast allen anderen Bereichen seit 1990 Emissionen gesenkt wurden, sind sie im Verkehr massiv gestiegen. Genau hier wären mutige, sozial gerechte Maßnahmen nötig – doch sie bleiben aus.
Ohne eine echte Verkehrswende wird Österreich seine Klimaziele nicht erreichen. Und ohne Ehrlichkeit in der politischen Kommunikation verlieren Menschen das Vertrauen, dass diese Herausforderung ernst genommen wird.
Klimaschutz rechnet sich – ökologisch und ökonomisch 

Der Bericht des Finanzministeriums bestätigt, was Parents For Future seit Jahren betonen: Investitionen in Klimaschutz zahlen sich aus. Sie fördern Wirtschaftswachstum, schaffen Arbeitsplätze, senken langfristig Energiepreise und stabilisieren den Staatshaushalt.
Klimaschutz ist kein Luxus. Er ist Vorsorge. Für unsere Kinder, für die Gesellschaft und für die öffentlichen Finanzen.
Unsere Forderung: Schluss mit Beschwichtigung – handeln wir jetzt 

Wir brauchen:
- ehrliche Kommunikation über die tatsächliche Lage
- ambitionierte, transparente und verbindliche Maßnahmen
- Investitionen statt Strafzahlungen
- eine Politik, die Verantwortung für uns und die kommenden Generationen übernimmt
Die Klimakrise wartet nicht. Jeder verlorene Tag macht die notwendigen Schritte teurer für uns alle – sowohl finanziell wie auch menschlich.
Für unsere Kinder gibt es keinen Planeten B.
Handeln wir jetzt!
Redaktion Parents For Future Austria
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Medien-Berichte dazu:
- Finanzministerium: Verfehlen der Klimaziele kostet bis zu 2,9 Milliarden Euro
(DER STANDARD, 24.01.2026) - Österreichs Emissionen steigen wieder – Klimaziele geraten in Gefahr
(ORF, 21.01.2026) - Klimabilanz: Jahrelang gingen die Emissionen zurück. Jetzt steigen sie wieder
(DER STANDARD, 21.01.2026) - Treibhausgas-Emissionen sinken 2024 um drei Prozent (Umweltbundesamt, 21.01.2016)