Bereits vor 5 Jahren wurde in Wien gemeinsam mit Vertreter:innen von Parents For Future Ostregion die Initiative Radeln For Future gegründet. Seither engagieren wir uns unter anderem mit einer monatlichen Raddemo (jeweils am ersten Freitag des Monats um 17h, Treffpunkt Votivpark) für eine gelungene Verkehrswende in Wien.
Eine gelungene Verkehrswende heißt für uns, dass aufgrund der vorhandenen Infrastruktur und Möglichkeiten die Mehrheit der Menschen in Wien oder auch jene, die von außerhalb kommen, selbstverständlich mit Öffis, mit dem Fahrrad und zu Fuß unterwegs ist. Dafür braucht es ein gutes öffentliches Verkehrsnetz mit attraktiver Taktung, auch für Kinder und alte Menschen sichere Radwege und verkehrsberuhigte schattige Fußwege und Gehsteige. In Wien passiert zwar viel in Erreichung dieses Zieles. Daneben werden aber immer noch fossile Straßenbauprojekte aus dem vorigen Jahrtausend weiterverfolgt, die letztlich Milliardengräber für unsere Steuergelder bedeuten. Dazu gehört beispielsweise die Stadtstraße im 22. Bezirk, die 2026 fertiggestellt wird, oder das Projekt der Lobau-Autobahn.
Genau diese letztgenannten Projekte haben wir bei unserer ersten Raddemo im August 2021 zum Thema gemacht. Und jetzt – 5 Jahre später – führte unsere Raddemo zur fast fertig gewordenen Stadtstraße, die eher als Stadtautobahn zu bezeichnen ist. Riesige versiegelte Flächen, wo noch vor kurzem die Wiener Stadtgärtner:innen ihr Gemüse angebaut haben. Asphalt ohne Ende, fehlende Bäume, Ödnis, die bald mit Autos gefüllt sein wird, die die bereits diesen Sommer unerträgliche Hitze noch weiter ankurbeln werden. Was fehlt sind grüne und schattige Aufenthaltsorte für Anrainer:innen, der Ausbau des S-Bahnnetzes, die bessere Taktung der Bus- und Straßenbahnlinien und natürlich ein flächendeckendes sicheres Radwegenetz.
Wir wissen nicht nur aus wissenschaftlichen Studien, sondern auch von vielen Vorzeigestädten: die Menschen nutzen genau die Infrastruktur, die ihnen zur Verfügung steht. Fehlen breite Autostraßen und Parkplätze, gibt es aber gute Öffiverbindungen und sichere Radwege, gelingt die Verkehrswende ganz schnell.
Weiterführende Links:
Unterstütze uns bei Radeln For Future jeweils am ersten Freitag im Monat um 17h im Votivpark. Wir fahren jedes Mal eine andere Route je nach Jahreszeit zwischen 10 und 25 km. Die Polizei begleitet uns mit ihrer Fahrradstaffel und engagierten Beamt:innen. Für wenige Stunden genießen wir das Radfahren in einer Stadt ohne von Autos gefährdet zu sein. Das ist immer ein wunderbares Erlebnis, das wir auch gerne mit ganzen jungen oder alten Menschen teilen wollen.
Video: Christoph Schwarz