Am Freitag, den 17. April 2026, haben auch die Parents For Future Oberösterreich die Demonstration unter dem Motto „Zukunft statt A26 – Autobahnbau!“ in Linz unterstützt. Rund 20 Bürgerinitiativen und insgesamt zirka 250 engagierte Teilnehmer versammelten sich, um gemeinsam ein starkes Zeichen gegen den geplanten Bau der A26 zu setzen.
Die Kundgebung startete mit informativen Redebeiträgen vorm Musiktheater Linz. Im Anschluss wurde mit Bannern und Plakaten lautstark über die Landstraße bis zum Hauptplatz gezogen, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Musikalisch begleitet hat das GegenTonOrchester.
Die Kritik am Mega-Projekt A26, wie die gesamte Raum- und Verkehrsplanung in OÖ, ist vielfältig:
- Die Politik gestaltet nicht für die Bevölkerung, sondern für die Interessen Weniger aus dem autoindustriellen Komplex. Diese einflussreichen Profiteure sehen ihr Geschäftsmodell in Gefahr, nämlich möglichst viele Autos zu verkaufen. Da ist es egal, dass Österreich als kleines Land bereits zu viele Autobahnkilometer hat.
- Gewidmetes Bauland ist lukrativer als Grünland. Deshalb ist es oft wichtiger WER welchen Grund besitzt, als WO ein Bauprojekt stattfindet – oder ob es überhaupt Sinn macht.
- Eine Volksbefragung der Linzer Bürger*innen wird aus fadenscheinigen Gründen nach wie vor blockiert, obwohl mit 7193 vorliegenden Unterschriften die Voraussetzungen erfüllt wären. Derzeit geht es um nicht nachvollziehbare juristische Spitzfindigkeiten, die eine Bürgerbeteiligung weiter verhindert.
- Beworben wird das Autobahnprojekt mit einer Entlastungslüge: Obwohl feststeht, dass dieses Projekt zu einer massiven Zunahme des motorisierten Individualverkehrs führt (+87%), wird von einer Entlastung geredet. Es ist längst hinlänglich belegt, dass mehr Straßen zu noch mehr Autoverkehr führen, vor allem wenn an allen Ecken und Enden ohnehin Nadelöhre warten.
- 1,2 Milliarden Euro in ein fossiles Projekt aus dem letzten Jahrhundert, in Zeiten der Klimakrise zu stecken, sind fahrlässig. Linz beteiligt sich mit 5%, das Land OÖ mit 10% – ohne Deckelung!
- Sogar das Umweltbundesamt spricht von einen nicht realisierungswürdigen Projekt, weil der Kosten-Nutzen völlig fehlt.
- Die Linzer Stadtregierung versagt systematisch an einer intelligenten, zukunftsfähigen Raum- und Verkehrspolitik und dezimiert sukzessive den lebenswichtigen Grüngürtel
Gefordert wird stattdessen:
- Volksbefragung über die A26 für alle Linzer:innen endlich zulassen
- Stopp aller Bautätigkeiten und Abholzungen bis zu dem Ergebnis
- Sachliche Information von Politik und Medien, anstatt polemisch mit „Ich will diese Autobahn!“, „Österreich ist ein Autoland!“ oder mit der Entlastungslüge die Leute für dumm zu verkaufen.
- Schutz des für die Bevölkerung so wichtigen Grüngürtels – für die Biodiversität, fürs Stadtklima und für die Gesundheit.
- Unser Geld für eine echte Entlastung investieren: durch Ausbau und Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs, Mikro-ÖV, Fußgänger- und Radwege.
- Bewusste Energie- und Verkehrswende im Sinne der Bevölkerung
„Wer Ackergebiete versiegelt, wer Wälder rodet, wer Schutzgebiete für den Transitverkehr öffnet, der verkauft nicht nur Flächen, der verkauft unsere Zukunft!“ (Dieter, Initiative „da Huat brennt“)
Als Parents For Future setzen wir uns besonders für die Interessen kommender Generationen ein. Eine lebenswerte Stadt, gesunde Umwelt und klimafreundliche Infrastruktur sind zentrale Voraussetzungen für die Zukunft unserer Kinder. Deshalb war es uns wichtig, diese Protestaktion sichtbar zu unterstützen.
Wir danken allen Beteiligten für ihr Engagement und bleiben weiterhin laut für eine echte Verkehrswende!